Glücksmomente

Heute war wieder einmal ein schrecklicher Tag. Aber Moment, war er wirklich nur schrecklich? Gab es denn nicht mal einen einzigen schönen Moment? Die letzten Wochen waren so stressig und anstrengend.

Das Hausbauen zieht sich in die Länge und ich bin meist alleine mit meinem Froschi. Erziehung, Haushalt, Einkaufen, Kochen und nebenbei noch planen, was und wie wir im Haus umbauen. Familie und Freunde darf man ja auch nicht vergessen, obwohl der Kontakt auf ein Minimum geschrumpft ist. An manchen Tagen denke ich: ICH KANN UND WILL NICHT MEHR! Ich bin verzweifelt, einsam und am Ende.

Heute ist auch wieder so ein Tag. Die Nacht war eine Katastrophe, da unser Froschi Schmerzen hatte und ich einfach nicht herausfinden konnte, was los ist. Erst um 1 Uhr nachts schlief er ein. Aber nicht, dass wir dann zumindest länger schlafen würden, nein. Um 7:05 ist Tagwache und mein Sohn meint, jetzt wird gespielt. Also spiele ich mit ihm mit dem Duplo und stelle mir vor, wie es vor seiner Geburt war. Schlafen. Entspannen. In Ruhe lesen. Fernsehen. Ich schalte die Waschmaschine ein und überlege, was wir nun machen könnten. Mein Mann ist wieder einmal den ganzen Tag im Haus stemmen. Da es überall staubig ist, kann ich ihn mit unserem Kleinen leider nicht besuchen kommen. Also fahren wir einkaufen. Das Jacke anziehen artet wieder einmal aus, da mein Froschi das Anziehen hasst. Er fängt an zu weinen, zu schreien, herumzulaufen und sich zu verstecken. Nach guten zehn Minuten gehen wir ohne Jacke hinaus, bei -4 C°. Vor der Türe merkt er endlich, dass es kalt ist. Plötzlich lässt er sich die Jacke brav anziehen. Beim Einkaufen steht er im Einkaufswagen, da er nicht sitzen will. Jedes Mal, wenn ich etwas in den Wagen lege, schmeißt er es wieder raus. Also nehme ich ihn Hoppa. Es ist jedoch sehr schwer mit einem Kind auf dem Arm, den Einkaufswagen zu schieben und einzukaufen. Zuhause angekommen hilft mir mein Froschi den Einkauf wegzuräumen. Plötzlich fällt ihm das Glas mit der Knoblauchsauce runter und sie zerbricht. Schnell hebe ich ihn hoch und stelle ihn hinter mich, damit er sich nicht einschneidet. Anschließend wische ich alles weg und kümmere mich wieder um die Lebensmittel. Währenddessen spielt mein Sohn wieder mit seinem Duplo und ich beobachte ihn dabei. Ich sehe, wie er mit dem Auto fährt und „Brum, brum“ ruft. Er lacht dabei und freut sich. Als er bemerkt, dass ich ihn ansehe, stellt er sich vor mich hin, verschränkt die Arme vor der Brust und sagt „Mama!“ Ich weiß genau, was er jetzt will: „Mama, mach mit“ soll das heißen. Also verschränke auch ich meine Arme vor der Brust und er beginnt herzhaft zu lachen. Plötzlich schnappt er sich seinen Puppenwagen, setzt sich hinein und möchte, dass ich mit ihm herumfahre. Es macht ihm riesigen Spaß und auch ich genieße diese paar Minuten mit meinem Kind.

Abends setze ich mich hin und überlege, wie ich diese kleinen Momente festhalten kann. Ich möchte, dass mir mein Leben Spaß macht und ich jeden Tag glücklich bin. Auch wenn es zur Zeit sehr stressig ist, gibt es immer wieder auch schöne Momente. Auf Facebook stolpere ich durch Zufall über ein Foto, welches ich vor einem Jahr gepostet habe und plötzlich weiß ich, was ich tun werde. Ich suche eine schöne Box und werde mich jeden Tag hinsetzen und den Tag Revue passieren lassen. Situationen, in denen ich herzhaft gelacht habe oder bei denen mich mein Kind zum Schmunzeln gebracht hat, werde ich nun auf kleine Zettelchen schreiben. Diese Erinnerungen werde ich in der Schachtel sammeln und am Ende des Jahres, oder auch zwischendurch, herausholen.

An manchen Tagen fallen mir gleich mehrere Glücksmomente ein, an anderen mit Mühe nur einer. Es ist schön, diese Kleinigkeiten aufzuschreiben, da ich mir erst jetzt im Klaren bin, wie viele schöne Augenblicke ich tagtäglich erlebe. Seit ich diese Zettelchen schreibe lebe ich mein Leben viel intensiver und aufmerksamer.

eure

PS: Über ein „Gefällt mir“ auf unser Facebookseite würden wir uns natürlich auch sehr freuen 🙂


 

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