Driving in MY car, feeling like a STAR

Dem Sohnemann drückt das Geld, also weg damit. Was er sich damit kauft und wie es mir bei der ganzen Sache geht, könnt ihr in der heutigen Geschichte nachlesen. Viel Spaß!

Zieh eine Nummer!

Weil der Lord nun ja doch nicht in eine eigene Wohnung zieht und sein Erspartes auf der Bank sonst faulig und unbrauchbar werden würde, beschloss er, sich ein neues Auto zuzulegen. 
Nach einigen Besichtigungen verliebte er sich in einen Wagen und die Vermählung mit diesem war entschieden. 


Von da an stritten wir täglich, weil die Organisation der zu erledigenden Dinge einfach nicht in seinen Zeitplan mit Lady BigMac, Sportverein und seinen Genossen passte. Er fragte mich zum Beispiel, ob er sein altes Auto eh ÜBERALL abmelden könnte, worauf ich mit: „Klar, gehst in den nächsten Supermarkt, wirfst der Kassierin den Autoschlüssel aufs Band und die druckt dir ’nen Bon aus“, antwortete. 


Das Analysieren des neuen Kaufvertrages, der Verkauf des alten Wagens, die Bedingungen der neuen Versicherung, die Abwicklung aller Formalitäten blieb also unter meiner Regie und ich hetzte zwischen meinen Diensten zu diversen Terminen, während er sich absichtlich „nichtwissend“ und vielbeschäftigt gab, was meine Wutanfälle noch steigerte.

 
Gestern nun war versprochen, dass er mich nach all meinen Erledigungen für ihn von meinem Dienst abholen würde und ich den neuen Wagen als Erste bewundern könnte. 
Nachdem ich bereits 20 Minuten sinnlos vor mich hin gewartet hatte, erfuhr ich am Telefon, dass Lady BigMac zum Friseur gefahren werden wollte und ich doch mit den Öffentlichen fahren sollte. Gut, dann zeigt man mir den neuen Wagen morgen, meinte ich. 
Nein, auch das wäre nicht möglich, da müsste man den Freund Daniel zum Training fahren. Donnerstag? Nein, da wäre Noah ins Einkaufszentrum zu bringen. Man wäre zwar dankbar für mein gezeigtes Engagement, könne sich aber auch nicht zerteilen. Jeder wolle das neue Auto betrachten, er hätte aber auch nur 2 Hände.

Hab nun heute Morgen das Schloss an der Eingangstüre gewechselt. Sollte er einen Schlafplatz benötigen… Noah, Daniel und BigMac werden bestimmt aushelfen!

 

Deine Launen musst du bitte in den Griff kriegen

JEDER, mich ausgenommen, durfte den neuen Wagen bereits durch lange Probefahrten bewundern,ich  war zutiefst beleidigt. Jedem Einzelnen seiner Freunde, Bekannten und Groupies und wie ich vermute, sogar dem Kellner aus der nahen Pizzeria, wurde der Wagen präsentiert. Außer mir. So wurde mir meine Position auf seiner „Rangliste“ mal wieder charmant klargemacht. 


Gestern abends saß ich am Heimweg vom Dienst im Bus und draußen schüttete es unter Begleitung eines Orkans heftigst, als mich sein Anruf erreichte. Böse fragte ich, was er denn wolle, und mit seltsam lieblicher Stimme befahl er mir, bei der nächsten Station auszusteigen, er wäre ganz in der Nähe und würde mich dort „auflesen“ und eine Ausfahrt mit mir starten. 


Gerührt fand ich, dass er ja eben doch ein guter Junge ist, ein Werk meiner einzigartig genialen Erziehung, stieg aus und wartete ohne Schirm oder Kapuze im strömenden Regen in einer von Gott verlassenen finsteren Straße auf mein Prachtexemplar. Ich war innerhalb von Sekunden bis zu jeder Faser meiner baumwollenen Bauch-Weg-Unterhose durchnässt und der Wind peitschte mir derartig aus allen Richtungen entgegen, dass ich sofort überzeugt war, in den nächsten Wochen an einer Lungenentzündung zu versterben. 


Als er neben mir anhielt, ließ er das Fenster des Wagens herunter und sagte:“Jetzt haben wir aber a Problem. SO kann ich dich ja ned einsteigen lassen, das versaut mir ja die nagelneuen Sitze!“ 
Als er aber anhand meines Gesichtsausdruckes bemerkte, dass ich so wütend wurde, dass ich kurz davor war, mich auf den Boden zu werfen, um seine nagelneuen Reifen auf seinem nagelneuen Wagen notfalls mit den Zähnen löchrig zu nagen, öffnete er gütigerweise doch. 


Ich bestaunte, bewunderte und lobte sein Gefährt, bis er plötzlich nach nur 3 Minuten Fahrt an der Tankstelle hielt. 
„Ach, musst du für unsere Probefahrt noch tanken?“, fragte ich ihn. „Nein, ICH müsse bitte tanken“, antwortete er. Er hätte sein Portemonnaie in der Firma vergessen, inklusive Bankomatkarte, und ich müsse bitte bis Montag aushelfen. Mit Tanken und etwas Bargeld für seine Groupies. 


Es dauerte einige Sekunden, bis die Tragweite seiner Aussage meinen logischen Verstand erreicht hatte und ich begriff, dass niemals eine Ausfahrt mit MIR geplant gewesen war, sondern dass ich als finanzielle Überbrückung bis Montag missbraucht wurde und deshalb aufgelesen wurde. 

Bei der weiteren dreiminütigen Fahrt bis zu unserem Haus keifte ich unentwegt, tobte hemmungslos vor mich hin, beschwerte mich lautstark über ihn und versprach ihm Hackfleisch bis zum Sommer, während er per Freisprechanlage mit irgendeinem Kumpanen den geplanten Disco-Besuch für diese Nacht besprach.

Zum Abschied wandte er sich mir zu und sagte ganz ruhig und leise : „Mama, du weißt, ich würde ALLES für dich tun. Aber deine Launen musst du bitte schon besser in den Griff bekommen, das ist ja echt manchmal richtig anstrengend mit dir“

eure

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