Löffel für Löffel – Wir starten mit der Beikost

Wieder einmal ist es so weit – der Start der Beikost. Irgendwie muss ich sagen, dass das beim zweiten Kind so nebenbei herläuft. Wenn wir mal 3 Tage keinen Brei essen, finde ich das auch nicht schlimm. Beim ersten war ich da viel genauer und organisierter. Aber was solls, ich mache uns keinen Stress.

Falls ihr anschließend noch Fragen habt oder etwas genauer wissen möchtet, dann hinterlasst mir bitte einen Kommentar.

Ich möchte auch noch betonen, dass ich hier aufschreibe, wie ich es mache und was ich für sinnvoll halte. Aber: Jedes Kind is(st) anders und jeder sollte für sich selbst entscheiden wann er beginnen möchte oder was das Baby essen sollte.

 

Wann fängt man an?

Bei meinem Großen konnte ich es kaum abwarten und hab pünktlich mit Beginn des 5. Lebensmonats angefangen. Da hat das Ganze auch ziemlich gut geklappt. Beim Kleinen dann zur selben Zeit eher schlecht als recht. Der Brei wurde in hohem Bogen mit der Zunge wieder herausgedrückt. Macht nichts. Ich habe es dann ein paar Wochen später wieder probiert und siehe da: Kaubewegungen anstatt der Zunge. Wie wunderbar.

 

Die WHO empfiehlt übrigens, erst im 6. Lebensmonat mit der Beikost anzufangen und davor ausschließlich zu stillen bzw. Milchersatznahrung zu geben.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob euer Baby schon bereit ist, dann gibt es sogenannte Anzeichen für die Beikostreife.

  • Dein Baby kann den Kopf alleine halten und nur mehr mit minimaler Unterstützung aufrecht sitzen
  • es zeigt dir, wann es satt ist
  • der Zungenschieberreflex ist verschwunden
  • dein Baby kann die Hand zum Mund führen
  • dein Baby zeigt Interesse, wenn andere essen und macht Kaubewegungen

 

Manche Babys zeigen solche Signale schon vor dem 5. Lebensmonat, dennoch muss ich euch dazu raten, abzuwarten. Denn diese Anzeichen haben nichts mit der Beikostreife zu tun, sondern sind ein normaler Entwicklungsschritt. In diesem Alter können die Babys immer schärfer sehen und interessieren sich aus diesem Grund auch mehr für ihre Umwelt.

 

Gläser, selbst kochen oder Baby Led Weaning (BLW)?

Ich fange mit Gläsern an. Einfach weil man zu Beginn wirklich nicht viel von der Menge her braucht. Ich finde es auch gar nicht schlimm, Gläschen zu geben. Die Lebensmittelstandards von Babynahrung sind mittlerweile so hoch, dass man sie guten Gewissens füttern kann. Und so mancher steht ja schließlich auch mit seinem Namen dafür, nicht? 😉

Auf Vorrat kochen wäre auch eine Möglichkeit. Ich muss aber zugeben, dass ich für diese Methode einfach zu faul bin. Kochen, portionsweise einfrieren, wieder auftauen. Nö, da greif ich lieber zum Glas. Wer aber Wert auf selbstgekochte Breie legt, für den lohnt sich das bestimmt.

Eine weitere Möglichkeit, wäre auch das sogenannte Baby Led Weaning (BLW), wo man dem Baby gar keinen Brei anbietet, sondern gleich mit Knabbereien loslegt. Diese Methode ist aber nichts für mich, da ich einfach zu viel Angst habe, das Baby könnte sich verschlucken. Mittlerweile gibt es aber genug Bücher und Literatur, wo man sich einlesen kann.

Wie oben schon erwähnt, fange ich mit Gläsern an. Ich nehme zu Beginn leichtverdauliche Gemüsesorten wie Karotte, Pastinake oder Kürbis. Nach einiger Zeit kann man dann um die Fleisch-Komponente erweitern. Das Angebot ist mittlerweile ja schon riesig.

Als der Große mit den kleinen Spatzenportionen nicht mehr ausgekommen ist, habe ich mir ein Breigerät von Avent gekauft. Eigentlich ein Dampfgarer, der auch mixen kann. Da ich ja sowieso täglich koche, habe ich einfach die Grundzutaten von unserem Essen hineingegeben und das Gerät kocht den Brei dann quasi selbst. Eine gute Investition!

 

Wie und mit welcher Mahlzeit fange ich an?

Bevor ihr anfangt, solltet ihr schon einen halbwegs sicheren Rhythmus haben. Glaubt mir, das vereinfacht die Sache enorm. Ich habe mit dem Mittagessen angefangen, einfach weil es mir zu diesem Zeitpunkt am günstigsten erschien. Wenn ihr lieber am Vormittag anfangen wollt, ist das auch kein Problem.

Ich habe das dann so gemacht, dass ich ein paar Löffel Brei gegeben habe, kurz vor der gewohnten Flaschenzeit. Nach dem Essen hab ich dann ganz normal die Flasche gegeben. Wenn ihr stillt, dann einfach anschließend zur gewohnten Zeit das Baby trinken lassen. Im Laufe der Zeit wird der Anteil der Breinahrung immer mehr und die Milch weniger, bis eine komplette Milchmahlzeit ersetzt ist. Dann könnt ihr damit anfangen, eine zweite Mahlzeit einzuführen. Ab der 2. Mahlzeit solltet ihr auch immer wieder Wasser zum Trinken anbieten.

Setzt euch nicht unter Druck. Es heißt Beikost und nicht Ersatzkost. Euer Kind soll langsam an  neue Lebensmittel herangeführt werden. Ohne Druck und ohne Stress.

 

Beikost-Märchen

Nach wie vor kursieren irgendwelche Ammenmärchen zum Thema Beikost herum. Die häufigsten sind wohl

…. dass durch das Zufüttern Babys  schneller durchschlafen. Dem ist nicht so! Durchschlafen hat mit der Gehirnreife zu tun. Manche schaffen es mit ein paar Monaten, andere erst mit 2 Jahren. Beides ist völlig normal und steht in keinem Zusammenhang mit der Einführung der Beikost. Genau das Gegenteil kann sogar eintreffen, wenn das Baby zu sehr mit der Verdauung beschäftigt ist; und so nicht gut schlafen kann.

…. leichte Kinder nehmen durch Brei und Co. schneller an Gewicht zu. Nein, auch das ist nicht richtig. Ein Karottenbrei hat weit weniger Kalorien als die gleiche Menge Muttermilch oder     Ersatzmilch. Bei Gedeihstörungen macht es also mehr Sinn die Milchmenge zu erhöhen, anstatt zuzufüttern.

…. Beikost erleichtert das Abstillen bzw. reduziert die Flaschenmenge. Dies stimmt nur teilweise, da die Einführung der Beikost nicht von heute auf morgen passieren kann. Ja, irgendwann werden sie mehr essen als dass sie Milch trinken. Aber das kann unter Umständen Monate dauern.

…. Den Gute-Nacht-Brei kann man auch in der Flasche geben. Nein, kann man nicht. Ein Brei hat in der Flasche nichts zu suchen. In eine Flasche gehört Milch, Tee oder verdünnte Fruchtsäfte. Sonst nichts. Ein Brei ist schließlich zum Essen da und nicht zum Trinken.

 

Ihr müsst auch damit rechnen, dass nicht jeder Tag gleich verläuft. Es kann sein, dass an manchen Tagen viel gegessen wird, und am nächsten Tag sehr viel weniger bis gar nichts. Es wird auch Tage geben, an denen das Kind mehr Milch möchte. Auch das ist normal. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Hier empfiehlt es sich ein paar Tage Pause einzulegen und es zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu versuchen.

Vertraut auf euer Gefühl als Mutter. Ihr wisst am besten, wann die Zeit reif ist. Und übrigens, mein Mini hat mit 13 Monaten noch sein Morgenflascherl getrunken. Also keinen Stress.

 

eure


 

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