Rezension: Straßenkötergene

Das Buch

Verlag: Drachenmond Verlag
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenzahl: 220 Seiten
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
zu kaufen: Amazon und Thalia

 

Die Autorin

„Julia Seuschek – 24-jährige Studentin aus Österreich – verliebte sich schon früh in Bücher und Geschichten. Eigentlich wollte sie Ärztin werden, doch die Magie der Bücher zeigte ihr, dass es mehr als einen Weg gab, Menschen zu retten. Also vergrub sie sich nicht mehr in fremde, sondern in ihre eigenen Universen. Bis heute wird sie von den Geistern ihrer Figuren heimgesucht – und die sind ganz schön frech! “ – Amazon

 

Der erste Satz

Ein Opfer zu werden, war nie der Plan.

 

Inhalt

Mit 13 Jahren mutiert Lou zu einem reinen A-Typen mit blonden Haaren und grünen Augen. Als ihr Vater, ein B-Typ, auf Befehl des Königs ermordet wird, beschließt sie Rache zu nehmen. Als sie 16 Jahre alt ist, verkleidet sie sich als Junge und schleicht ins Schloss. Dort wird sie als Diener angestellt und versucht, die Geheimnisse zu lüften. Doch ausgerechnet Prinz Jared verdreht ihr den Kopf und stielt sich in ihr Herz. Wird sie ihre Pläne für den Königssohn aufgeben?

 

Meine Meinung

Nachdem ich an der Release Party von Straßenkötergene auf Facebook teilgenommen und der Erscheinung des Buches entgegengefiebert hatte, konnte ich es gar nicht mehr erwarten, es endlich lesen zu dürfen. Das Cover ist ein Traum! Ich liebe die Farben und die gelungene Gestaltung. Auch der Klappentext war vielversprechend und Versprach eine spannende und äußerst interessante Geschichte.

Die ersten (ca. 50) Seiten waren auch sehr spannend. Man lernt Lou und ihr Leben kennen. Auch über die Rebellion, die A und B Menschen und Lous Plan erfährt man einiges. Aber auf keines der Themen wird richtig eingegangen. Warum gibt es diese zwei Arten von Menschen? Worin liegen die Unterschiede? Wie und warum kam es dazu und zu der Herrschaft der Typ A Menschen? Wie genau leben die Braunen? Was genau will die Rebellion überhaupt? usw.

Diese und viele weitere Fragen entstanden in meinem Kopf und eigentlich wurde keine davon wirklich beantwortet. Auf den restlichen 150 Seiten geht es um die Liebesgeschichte zwischen Lou und Jared. Dies klingt zwar auch schön, ist es aber nicht wirklich. Lou verkleidet sich als Junge. Als sie Jared das erste Mal sieht, fühlt sie sich zu ihm hingezogen und gleichzeitig widert er sie mit seiner überheblichen und arroganten Art an. Komischerweise fühlt sich auch Jared ziemlich schnell von dem vermeintlichen Jungen angezogen. Obwohl sie fast nie miteinander kommunizieren, verlieben sie sich ineinander. Aber: Wie kann man sich in jemanden verlieben, den man gar nicht kennt und auch nicht kennen lernen möchte? So etwas passiert ja nicht einfach. Schon nach kurzer Zeit wird von Seelenverwandten und der wahren und großen Liebe gesprochen. Mir ging die Entwicklung einfach viel zu schnell. Vor allem von Jareds Seite aus, da er glaubt, Lou wäre ein Junge.

Für mich waren auch die Dialoge zwischen den beiden Verliebten sehr fragwürdig. Immer wieder schimpfen und beleidigen sie sich gegenseitig. Meiner Meinung nach klang es nicht nach lieben Neckereien, sondern richtig und absichtlich verletzend. Dies war auch der Punkt, der für mich am schlimmsten war. Diese ewigen Sticheleien, Beschimpfungen und Abweisungen. Sie haben sich gegenseitig immer wieder vor den Kopf gestoßen. Generell bestehen diese 150 Seiten nur noch aus dem ewigen Hin und Her der beiden. Richtig langweilig und nervtötend. Emotionen kamen bei mir beim Lesen überhaupt nicht auf.

Die beiden Protagonisten Lou und Jared lernt man relativ gut kennen, von den anderen Charakteren hingegen weiß man bis zum Schluss fast nichts. Vor allem Emil hinterlässt mir große Fragezeichen. Ist er nun gut oder  böse? Mag und hilft er Jared nun oder nicht?

Immer wieder wurden wichtige und spannende Szenen im Schnelldurchlauf beschrieben, um dann wieder auf das ewig lang Hin und Her Einzugehen. Seltsam war auch die Reaktion von Jared, auf Lous Offenbarung. Sie erzählt ihm, dass sie ein blondes Mädchen ist und er meint nur aha, ich bin eigentlich ein Brauner. Mehr nicht??? Sie hat ihn belogen, er hat geglaubt er dreht durch, weil er auf einen braunen Jungen steht und dann das? Also mit dieser Reaktion hätte ich nicht gerechnet und ich verstehe sie auch nicht.

Äußerst seltsam fand ich auch die Tatsache, dass Prinz Jared von allen wie ein normaler Junge behandelt wird und nicht wie der Prinz, der er ist. Ob er auch der Thronfolger ist, bleibt unerwähnt. Die Soldaten schießen auch auf ihn, wird hinter ihnen ins Krankenzimmer geschleift und wird angemotzt, wenn er beim Schnüffeln im Arbeitszimmer des Königs, seines Vaters, angetroffen wird. Alles sehr seltsam und unlogisch.
Ebenso unlogisch finde ich vergleiche mit unserer Welt, obwohl die Geschichte nicht in unserer Welt spielen kann. Beispielsweise werden die Titanic, Tom und Jerry, Loch Ness, Sherlock Holmes usw. genannt.

 

Fazit

Die Grundidee der Geschichte ist wirklich toll und interessant. Leider ist die Autorin nicht wirklich auf das gesellschaftliche System und das Leben darin eingegangen. Die Geschichte hatte so viel Potenzial, welches leider überhaupt nicht ausgeschöpft wurde. Ich finde es wirklich schade, da der Klappentext so vielversprechend klang.

 

Ich gebe dem Buch 2/5 Sterne.

 

eure

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