Der Bachelor, der Mann meiner Träume

Nachdem die letzte Geschichte so gut angekommen ist, gibts hier gleich mal Nachschub für euch:

 


Es gibt Kunden die man mag, es gibt Kunden, die einem egal sind und es gibt solche, auf die man gerne mal mit einer Steinschleuder zielen würde.
Und es gibt IHN. ER ist ein wahrer Herr mittleren Alters, in einer Anwaltskanzlei tätig, immer mit modernsten Anzügen gekleidet und von so unbeschreiblicher Attraktivität, dass ich immer kurz vor der Ohnmacht stand, wenn er den Laden betrat. Er hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Patrick Swayze und ist der Gipfel der männlichen Evolution.
Ein Prachtexemplar, ein Meisterwerk der Natur, ein GOTT der Spezies Mann.
Ich nannte ihn in meinen Gedanken „the bachelor“, weil er mir bei jedem Einkauf eine „Rose“ in Form eines netten Satzes, eines kleinen Kompliments oder eines Augenzwinkern schenkte. Er war einfach so unfassbar makellos gutaussehend, dass ich mich jedes Mal am Verkaufspult festkrallen musste, um keinen Schwächeanfall zu erleiden.

 

Vor einiger Zeit verließ uns eine Kollegin und Ersatz musste her. Mein Chef fragte mich vor den Bewerbungsgesprächen, ob ich spezielle Wünsche in Bezug auf das neue Personal hätte.
Ich verlangte einen Herren meines Alters, alleinstehend und verzweifelt, mit großem Haus und Garten oder eine Dame mit besonders hässlichem Gesicht.

 

Als er mir nach einigen Wochen die Neue im Team präsentierte, sprach ich geschlagene 4 Tage lang kein Wort mehr mit ihm. Vor mir stand eine exotische Schönheit, 27 Jahre jung, mit langem schwarzen Haar, Mandelaugen und der Figur einer russischen Bodenturnerin. Sie erinnerte mich an Disney’s Pocahontas, und wenn ich neben ihr stand, erinnerte ich mich selbst an Medusalem.
Wenn ich „the bachelor“ den Verkaufsraum betreten sah, schickte ich Pocahontas sofort unter irgendeinem fadenscheinigen Grund ins Lager oder an den PC und ich erhielt weiterhin täglich meine „Rose“.

 

Bis Montag letzter Woche. Ein einziger unachtsamer Moment, eine kleine Konzentrationsschwäche meinerseits und Pocahontas stand dem „Bachelor“ gegenüber.

 

In Sekunden war die Luft zwischen den Beiden elektrisch geladen, sie klimperte mit ihren Bambi-Augen in seine Richtung und ich konnte in seinem Gesicht die Begeisterung und seine Gedanken ablesen.
Ich wollte auf die indianische Verräterin springen, mich mit ihr im Ringkampf am Boden wälzen, ihr büschelweise die Haare ausreißen und ihr ein blaues Auge schlagen. Und ihn wollte ich auf die Streckbank spannen, ihn mit Werkzeugen quälen und ihn dabei anbrüllen:“Und WER ist jetzt deine Lieblingskanditatin????“

Wie auch immer. Pocahontas erhält nun die täglichen „Rosen“, ich werde ignoriert. Habe mich aber mit ihr ausgesöhnt und mein tragisches Schicksal akzeptiert und mir einen neuen „Bachelor“ unter den Kunden gesucht.

Er ist zwar alt, kleinwüchsig, mit kreisrundem Haarausfall und hässlich, aber treu ergeben.

Was solls. That’s life.

 

Wochen später….

Das Schicksal schlägt zurück

Nachdem Herr Chef ja unbedingt Pocahontas einstellen musste, die mandeläugige Schönheit mit den pechschwarzen Haaren und der Figur einer russischen Bodenturnerin, hat das Karma heute zugeschlagen:

Sie wäre nun nach langwieriger 8 wöchiger Einschulung endlich alleine einsatzbereit… Und ist (wie sie heute verkündete) in freudiger Erwartung.
Mit der vorbeugenden Warnung, dass sie wahrscheinlich mehr fehlen als arbeiten werde, weil sie ja eh unkündbar sei und sicher diesem Stress nicht lange gewachsen sein werde.

Für sie gab es von mir eine herzliche Gratulation und eine feste Umarmung mit den besten Wünschen.
Für ihn gabs von mir ein breites Grinsen, bevor er in einen Schockzustand verfiel und nur mehr wirres Zeug vor sich hin stammelte.

Karma, Baby, Karma !!!

 

eure

 

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