Warum inklusive Pädagogik nicht funktioniert

Neulich habe ich einen Beitrag von Kaiserinnenreich gelesen, der doch etwas nachwirkt.  Inklusion solle auch in der Schule stattfinden. Das Lernziel Löffel halten, solle den gleichen Stellenwert haben, wie Lernziele der Mathematik, oder so ähnlich. Genau weiß ich es nicht mehr.  Ja, sollte es; ist aber in der Realität leider nicht umsetzbar.

 

Um es gleich vorweg zunehmen, ich habe absolut nichts gegen Menschen mit Beeinträchtigungen und möchte auch niemandem zu Nahe treten oder gar beleidigen. Ich schildere lediglich meine Sicht der Dinge.

 

Ich verstehe alle Eltern, die besondere Kinder haben, dass sie ihnen ein „normales“ Leben ermöglichen wollen. Darunter fällt auch der Besuch einer Schule. Nicht der Sonderschule, sondern der, einer normalen. Einer normalen Schule, mit normalen Kindern. Ein normaler Unterricht, wo alle zusammen im Klassenraum sitzen und jedes Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten lernt. Eine schöne Vorstellung, oder?

Nur hat sich irgendwer schon mal gefragt, wie man das umsetzen soll? Wie soll das funktionieren?

Wenn wir von einer Integrationsklasse ausgehen, stehen im Normalfall zwei Lehrer, der Fachlehrer und der Integrationslehrer in der Klasse. In den Hauptgegenständen der NMS dann noch der Teamlehrer als Dritter im Bunde.

So, jetzt sitzen da 24 Schüler aller Gesellschaftsschichten in dieser Klasse. In Zeiten wie diesen auch sicher einige Flüchtlingskinder, die kein Deutsch können. Die schlechtesten unter ihnen können keinen korrekten Satz schreiben, die besten sind mit dem Stoff unterfordert und benötigen bereits Zusatzmaterial, Kinder aus problematischen Familien nehmen ihre Sorgen mit ins Klassenzimmer und können sich nicht konzentrieren. Einige sind verhaltensauffällig und stören den Unterricht. Dann sind da noch die lernschwachen Kinder, um die sich der Integrationslehrer kümmert. (Wobei wir das so gehandhabt haben, dass sie den Unterricht mitmachen; und wenn es zu schwer wird, hilft die Lehrerin oder sie bekommen leichtere Arbeitsblätter) Wie soll man da bitte allen gerecht werden?

 

Man stelle sich vor, zu diesem bunten Haufen kommen noch schwerstbehinderte Kinder, die nicht wirklich mitmachen können. Ganz ehrlich, was sollen die dort machen? Es sind so schon viele verschiedene Typen von Kindern, denen individuell zu begegnen ist, oft schon Herausforderung genug. Ich glaube nicht, dass man mit einer inklusiven Klasse die Qualität einer Unterrichtsstunde halten kann. Da fehlt es einfach an Personal. Auch an speziell für diese Kinder ausgebildeten Lehrer. Nicht immer ist der Integrationslehrer ein Sonderpädagoge. Das kann auch ein herkömmlicher Lehrer sein. So wie ich.

So, und ich stelle mir jetzt vor, ich würde als Integrationslehrer eingesetzt. Ich wüsste ja auch gar nicht, wie man solchen Kindern den Stoff beibringt. Wie man den aufbereiten muss, dass er verstanden wird.

 

Gleiches Recht für alle

Und sollten diese Kinder nicht auch die Chance auf Bildung haben, die ihnen gerecht wird? Es nützt ja niemandem, wenn sie nur Mitläufer sind. Aber nicht nur diese Kinder haben das Recht auf Bildung, die intelligenten Kinder ebenfalls. Auf die schaut nämlich (meist) fast niemand. Sie beherrschen den Stoff und werden dann oft gar nicht weiter beachtet, doch auch ihnen muss man andere Wege öffnen. Wenn die Menschen von Inklusion reden, dann werden diese Kinder vergessen. Das Augenmerk wird oft auf die schwachen Kinder gelegt und dann heißt es fördern, fördern und nochmals fördern.

Alle Kinder haben das gleiche Grundrecht und jedes Einzelne von ihnen hat es verdient, dass es in bestmöglichster Art und Weise lernen darf.

Mir ist klar, dass den Eltern eines behinderten Kindes das vielleicht ungerecht erscheinen mag, wenn diese Kinder nicht in eine normale Schule gehen können. Aber man kann eben nur das tun, was im Rahmen der Möglichkeiten machbar ist. Und man kann nicht völlig Ungleiches gleich behandeln. Es geht einfach nicht. Auch wenn es sich manche noch so sehr wünschen würden. Wenn Kinder dort abgeholt werden, wo sie stehen, kann man darauf aufbauen und Erfolge erzielen.

Dieses Problem hat übrigens auch die NMS, wo man geglaubt hat, wenn man alle Kinder gemeinsam unterrichtet, wird es besser. Dem ist aber nicht so. Problematisch finde ich auch die Abschaffung der Sonderschulen, da behinderte Kinder nicht die Förderung bekommen, die sie eigentlich benötigen.

Und Sonderschulen sind in meinen Augen kein Ort der Abschiebung für behinderte Kinder, sondern ein Ort, wo auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird. Ein Ort, wo sie gut aufgehoben sind.

Man muss nicht in der Schule mit Inklusion anfangen, denn im Alltag brauchen diese Kinder doch auch mehr Unterstützung und Förderung als gesunde Kinder. Warum dann nicht auch in der Schule?

 

eure

 

PS: Über ein „Gefällt mir“ auf unser Facebookseite würden wir uns natürlich auch sehr freuen 🙂


 

75 Gedanken zu „Warum inklusive Pädagogik nicht funktioniert

  1. Hallo Estefania,

    deiner Sicht der Dinge fehlt es anscheinend an Erfahrung.
    Hast du schonmal an einer inklusiven Schule hospitiert?
    Nein?
    Schade.

    Nur weil du nicht wüsstest, wie man „solchen Kindern“ (btw: es sind einfach Kinder, Kinder mit Behinderung) etwas beibringt, heißt das ja nicht, dass andere Lehrer*innen es ebenfalls nicht wissen.

    Für deine Weiterbildung empfehle ich dir folgende Texte:
    http://inklusionsfakten.de/also-die-ganz-schwerstmehrfach-behinderten-kinder-konnen-nicht-in-den-gemeinsamen-unterricht-das-geht-ja-gar-nicht/
    und
    http://inklusionsfakten.de/inklusive-bildung-wie-soll-denn-das-gehen-wenn-die-schwachen-schuler-nicht-mitkommen/

    Und ich empfehle dir, wie schon oben beschrieben, ganz dringend die Hospitation an einer inklusiven Schule.

    Viele Grüße, Mareice

    P.S.: Inklusion ist kein Gefallen, den Menschen ohne Behinderung Menschen mit Behinderung tun, wenn sie ganz lieb sein wollen. Inklusion ist Menschenrecht!

  2. Hmm!
    Die Frage sollte nicht inklusion in Frage stellen!
    Das ist ein Menschenrecht!
    Und ich finde es ganz schlimm Menschen die anders sind auszusondern! Das sollte nicht mehr passieren.

    Wichtig finde ich gemeinsam zu schauen wie man die Rahmenbedingungen so gestaltet das alle gemeinsam Leben und lernen können.
    Wie müssen Kitas, schulen und Arbeitsplätze Gestaltet sein damit es gemeinsam für alle gut funktioniert.
    Wie finanziert man das ganze?
    Wie muss der Stellen Schlüssel sein USW.

    Inklusion geht in unseren Köpfen los.
    Und ist Aufgabevon jeden Menschen das es gelingt!

  3. Hallo.

    Ich liebe es, wenn nicht-behinderte Menschen über behinderte Menschen schreiben. So geil. Wir können gerne darüber sprechen, WIE Inklusion umgesetzt werden kann. Allerdings hat sich Deutschland dazu verpflichtet, die UN-Behindertenrechtskonvention zu befolgen. Die besagt unter anderem, dass jedes behinderte Kind das Recht auf den Besuch einer Regelschule hat. (Was andere Länder übrigens schon umsetzen). Erstmal ist hier an der Sprache des Artikels einfach schon ziemlich viel falsch. „Besondere“ (behindert ist kein böses Wort, sagt es ruhig!) Kinder vs. „normale“ Kinder, schwerstbehinderte Kinder, die „nichts können“ vs. die armen benachteiligten „intelligenten“ Kinder. Ich weiß nicht, wieviel es bewirkt, überhaupt darauf zu reagieren, aber nun gut, ich mach’s trotzdem, weil ich mich als behinderte Person beleidigt fühle (schon, dass der Artikel eingeleitet wird mit „ich habe nichts gegen Menschen mit Beeinträchtigungen“ müsste der Autorin dieses Artikels vielleicht gezeigt haben, dass sie das alles vielleicht lieber für sich behalten sollte). Es ist schon beleidigend genug, dass die einzigen Ansätze für Empathie der Autorin nur für verunsicherte Eltern übrig bleiben, als hätten behinderte Menschen keine Gedanken und Meinungen zu ihrem eigenen Verbleib.
    Ich bin jetzt 20 Jahre alt. Meine Eltern hielten es in der Grundschule für richtig, mich an einer Förderschule anzumelden. Ich hatte eine sehr gute Schulzeit, will mich auch nicht beschweren. Auch in der weiterführenden Schule besuchte ich bis zur 8. Klasse eine Förderschule. Das Perfide an diesen Institutionen ist, dass einem gar nicht auffällt, dass sie die eigene Diskriminierung und Segregation fördern, bis man ihnen endlich mal, sollte man das ausnahmsweise schaffen, entkommen ist. Kinder aus ganz Deutschland besuchten diese Schule. Sie konnten keine tiefgehenden Freundschaften zueinander knüpfen und kein selbständiges Sozialleben entfalten, da sie alle aus unterschiedlichen Regionen kamen, denn Förderschulen gibt’s nun mal nicht so viele. Man war nur von anderen behinderten Kindern umgeben. Jeden Morgen fuhr man mit dem Bus hin und wurde wieder abgeholt. Spontane Unternehmungen ziemlich unmöglich. Allen wird von Anfang an eingetrichtert, dass sie womöglich nur in einer Behindertenwerkstatt Arbeit finden würden, wo sie weiterhin nur unter behinderten Menschen sein würden, ungeachtet ihrer Fähigkeiten, und als billige, da woanders ja unbrauchbare, Arbeitskräfte ausgebeutet werden würden. Das nahmen die meisten hin, weil ihnen vermittelt wurde, dass sie es schwer haben würden ansonsten Fuß zu fassen. Menschen, die mit Sicherheit studieren könnten, entschieden sich für einfache Ausbildungen, entfernten sich von ursprünglichen beruflichen Plänen (dazu muss man wissen, das Ding ging von der 5. zur 13. Klasse, die Kinder kamen meistens schon aus Fördeschulen, in die sie wiederum aus Förderkindergärten gekommen waren. Das ist systematische Diskriminierung von Kindheitsbeinen an. Irgendwann nimmt man das halt an als Identität). Ich war permanent unterfordert, irgendwann wechselte ich auf ein Regelgymnasium. Hier erst wurde mir bewusst, dass meine Behinderung ein Merkmal war, aus dem heraus man mich diskriminieren konnte. Zum ersten Mal hatte ich regelmäßig Kontakt zu nicht-behinderten Menschen. Für sie war ich etwas gänzlich Fremdes. Durch die Förderschulen und sonstigen Anstalten, die sich „um behinderte Menschen kümmern“, führen dazu, dass man einfach KEINE behinderten Menschen kennenlernt. Wie soll man da auch checken, dass das auch „ganz normale“ Menschen sind? Mit facettenreichen Persönlichkeiten, Interessen, Spaß am Leben, Begabungen? Hier wurde ich als anders wahrgenommen, das war eine heftige Erfahrung. Aber ich konnte mit der Zeit Freundschaften schließen. Die Leute lernten unter anderem an mir, wie man sozial mit anderen Menschen umgeht, Rücksicht nimmt. Hier wurden meine Begabungen ernstgenommen, ich wurde gefordert. Die sogenannten „intelligenten“, nicht-behinderten Kindern würden von behinderten Kindern lernen, und umgekehrt. Jetzt kommen viele mit dem Argument an, ich sei ja „eine Ausnahme“. Es ist aber offenbar nur wenigen Menschen bewusst, dass Förderschulen nicht dazu da sind, zu fördern. Sie sind dafür da, nicht-behinderte Menschen vor dem Umgang und der Auseinandersetzung mit behinderten Menschen zu „bewahren“. Damit man Menschen an den Rand der Gesellschaft abschieben und ausbeuten kann, sie in Armut halten kann und vor allem verhindern kann, dass ihnen diese Zustände bewusst werden, indem man ihnen das als „Schutzraum“ verkauft, was ihnen einen anständigen Bildungs- und damit Lebensweg verwehrt. Und das sollte niemand erleiden. Ganz egal, was für Fähigkeiten die Person besitzt. Inklusion ist Menschenrecht. Und das ließe sich leichter durchsetzen, wenn man sich häufiger das anhören würde, was behinderte Menschen dazu zu sagen haben, insbesondere die, die inklusiv beschult werden. Anstatt dass nicht-behinderte Menschen, die sich nicht informieren wollen, immer wieder ihren Senf dazu geben. LG.

    • Lies mal auch meinen Beitrag und mein Freund beispielsweise war auch in der Sonderschule (Heim in Hinterbrühl) und fühlt sich dadurch nicht an den äußeren Rand der Gesellschaft gedrängt oder gar stigmatisiert. Heute verdient er gut und ich habe ihn schon mal gefragt, was er davon hält, dass die Sonderschulen abgeschafft werden sollen, und da er selbst letztendlich davon profitiert hat, ist er dem eher abgeneigt… LG

    • Ein durchaus sehr gut geschriebener Beitrag, nur schreibst du von dir selbst und deinen Erfahrungen und bedenkst dabei auch nicht alles, wie schon alleine den Punkt, dass viele behinderte Menschen solch einen Text, wie du ihn verfasst hast, nicht zustande bekommen. Man muss auch immer an die Art der Behinderung denken und viele Kinder mit rein körperlichen Behinderungen werden auch nach dem normalen Lehrplan unterrichtet bzw und auch Kinder mit leichten geistigen Behinderungen können eine Regelschule erfolgreich absolvieren, aber was ist mit den kratzenden, egal auf wen hintretenden, plötzlich losschreienden Kindern, die dem Unterricht nicht folgen können und nur Ausmalbilder bekommen, und dann ist aus irgendeinem Grund zu wenig Personal da, glauben Sie, dass das so einfach ist…?

    • Hallo, ich arbeite seit 15 Jahren in einem Integrationskindergarten, habe einen behinderten Sohn. Er war 4 Jahre in meiner Einrichtung, als Integrationskind , er hat Kontakt zu nochmals Kindern gehabt, wir haben uns bewusst für eine förderschule entschieden, diese ist einer Grundschule angeschlossen. So geht gute Inklusion, die Kinder werden nach ihren Fähigkeiten unterrichtet. Mein Sohn wäre in einer Grundschule untergegangen, soziale Kontakte können wir gut halten, die Kinder wohnen relativ nah beieinander. Erst wenn das denken in den Köpfen der Menschen sich ändert, kann es zu einer guten Bildung aller in den Schulen kommen, aber das wird noch lange dauern. Unsere Kinder, die im Kindergarten das positive miteinander erleben, werden es vielleicht weiterleben.

  4. Mir fehlen gerade etwas die Worte. Ich denke, dass es hier nicht um ein ob,sondern um das Wie der gemeinsamen Beschulung geht. Und hier um das Wie für ALLE Kinder. Wie du selber so schön sagst, alle haben ein Recht auf individuelle Förderung. Die hochintelligenten Kinder auf der einen Seite, die schwerstmehrfachbehinderten auf der anderen Seite. Und jedes einzelne Kind mit seinen Besonderheiten dazwischen. Die Lösung ist nicht die vermeindlich schwächsten auszugrenzen und abzuschieben. Es geht darum die Bedinungen so zu verschieben und Schulen so auszustatten,dass bunte Vielfalt ein Gewinn für alle wird! Und das fängt in Köpfen und Herzen an. In deinem leider wohl noch nicht.

  5. Ich bin eine dieser „Kinder mit Behinderung“ und ging auf eine ganz normale Schule. Es funktionierte und es funktionierte bei sehr vielen anderen Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen. Deine Haltung ist Menschenverachtend. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    • Es tut mir leid, wenn du dich persönlich angegriffen fühlst. Es ist schön, dass das bei dir so gut geklappt hat, aber die Regel ist das leider nicht. Es gibt so viele unterschiedliche Behinderungen, die oft eine 1:1 Betreuung benötigen und mit dem derzeitigen System ist das einfach nicht machbar. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.
      LG

      • Hallo Estefania,
        die Zukunft „bringt“ nicht einfach etwas, wie Du in Deinem Kommentar beschreibst. Nein, wir gestalten mit, was die Zukunft bringt. Wir haben die Möglichkeiten, Dinge zu verändern. Unsere Sprache ist – wie von vielen hier schon zurecht angesprochen – ein wichtiger Teil davon. Vielleicht magst Du da mal drüber nachdenken und es vielleicht auch als Chance begreifen?

  6. Hallo Estefania,
    schön, dass du dich mit einem so wichtigen Thema auseinandersetzt, leider entzieht sich dein Text jeder empirischen Grundlage. Zahlreiche Studien zeigen, dass Kinder mit Förderbedarf im inklusiven Unterricht mehr lernen als an Förderschulen. Ihr Selbstkonzept ist positiver, da sie weniger von Stigmatisierung betroffen sind. Sie haben im Gemeinsamen Unterricht bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Hirnforscher Hüther meint: Inklusion macht schlau, und zwar alle Kinder. Ich kenne Kinder aus dem Gemeinsamen Unterricht, die den Kopf nicht bewegen, nicht sprechen, sich nicht bewegen konnten und gerade sie haben von der Inklusion profitiert. Stell Dir vor, du bist das, was man im Allgemeinen „schwerstmehrfachbehindert“ nennt: Wo erfährst du mehr Anregung? In einer Klasse mit weiteren 6 Kindern, die nicht sprechen und sich nicht bewegen können oder in einer lebhaften inklusiven Schulklasse, wo dir Mitschüler_innen liebevoll beim Essen helfen, dich berühren, dir etwas vorsingen usw….zum dem „Wie“, also die Methode inklusiver Bildung, schreib ich jetzt mal nichts, da es auch da zahlreiche erfolgreiche Praxisbeispiele gibt, aber auch Literatur, bspw. Prof. Hinz (Hrsg.): „Schwere Mehrfachbehinderung und Integration“. In anderen Ländern wie Kanada ist Inklusion in der Schule Alltag, Beispiele und Fakten dazu auf: http://www.inklusionsfakten.de (bzw. unter den von Mareice schon genannten Links). Zum Schluss noch das Wichtigste. Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht, so steht es in Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention der UNO. Dieses Recht steht allen Kindern mit Behinderungen zu (egal wie „schwer“). Seit kurzem gibt es auch den General Comment zu Artikel 24, also die von der UNO autorisierte Auslegung dieses Menschenrechtes. So wird nochmal deutlich, Deutschland muss seine Förderschulen massiv abbauen, um endlich die Diskriminierung zu vermeiden. In der UN-Behindertenrechtskonvention ist such nicht vin Wahlfreiheit der Eltern die Rede, weil Förderschulen sehr schädlich für die Kinder sind und sie diskriminieren. Wenn inklusive Bildung schlecht läuft, muss es besser werden. Ganz einfach. Ein Menschenrecht, wie in diesem Artikel, in Frage zu stellen, finde ich schon sehr anmaßend. Vielleicht hilft es dir, deine Argumenation auf fundiertes Wissen zu stützen und von Best-Practice-Beispielen zu lernen. Viele deiner genannten vorurteilhaften Aussagen finden sich auf http://www.inklusionsfakten.de und werden dort mit Faktenwissen und Studien widerlegt, auch Beispiele zeigen, dass es funktioniert. Viele neue Erkenntnisse wünscht
    Lisa

    • Sehr gut zusammengefasst! Danke! Leider ist Bildung immer noch Ländersache, dadurch wird die Etablierung von Inklusion im Bildungssystem sehr unterschiedlich angegangen. Deshalb müsste zunächst eine bundeseinheitliche Definition von Inklusion erfolgen, ehe eine bundesweite Umsetzung angestrebt werden kann. So lange das nicht passiert backt jeder seine eigenen Brötchen. Ähnlich wie die Autorin sieht es nämlich z.B. auch das Bundesland M-V, eine tatsächliche Realisierung von Inklusion rückt dadurch in weite Ferne… ganz tragisch für alle behinderten Kinder!

  7. Ich bin sprachlos.
    Habe ich es richtig verstanden, dass du Lehrerin bist?
    Und trotzdem schreibst du hier von „solchen Kindern“? Ich wünsche mir Lehrer*innen, die ehrliches Interesse an Kindern und Jugendlichen haben und versuchen, diese bestmöglich zu verstehen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Und damit meine ich „alle“ Kinder, auch „diese“ Kinder – um deine sehr unpassenden Worte zu benutzen. Ich bezweifle nicht, dass vielleicht an deiner (ehemaligen?) Schule aktuell noch nicht der richtige Weg gefunden wurde, um Unterricht so auszugestalten, dass alle Kinder gemeinsam lernen können. Allerdings ist es mehr als traurig, dass du die grundsätzliche Machbarkeit anzweifelst und Sonderschulen als einzige Lösung ansiehst.
    Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was an deiner Haltung alles menschenverachtend und falsch ist. Darüber kann man auch nicht diskutieren – Teilhabe ist ein Menschenrecht und Inklusion kein „Gefallen der Menschen ohne Behinderung“ (danke Mareice für diese treffenden Worte).

    • Ich gebe zu, einige Passagen waren vielleicht etwas ungünstig formuliert. Kinder können gemeinsam lernen, wenn das Schulsystem reformiert wird, sodass für alle Beteiligten das Bestmöglichste herausgeholt wird. Nur dann ist Inklusion machbar!
      Und so wie die Situation derzeit aussieht, finde ich Sonderschulen die bessere Wahl, einfach weil die Rahmenbedingungen nicht gegeben sind, um Inklusion zu ermöglichen. Ich wollte den IST-Zustand aufzeigen, nicht dass es generell unmöglich ist.
      LG

  8. Schade, dass sich auch von diesem Artikel manche Leute gleich persönlich angegriffen fühlen. Nichtsdestotrotz gilt in diesem Land freie Meinungsäußerung und da ich an einer großen NMS in Wien Favoriten arbeite, in der wir in den Integrationsklassen Kinder haben, die, wenn überhaupt, maximal Zweiwortsätze schaffen und vorwiegend über ihre Gefühle kommunizieren können, könnt ihr mir getrost glauben, wenn ich sage, dass die Abschaffung der Sonderschulen und Sonderschullehrer ein riesiger Fehler ist. Wir benötigen beispielsweise für Kinder im Rollstuhl extra abgestelltes Personal, nur wenn da jemand erkrankt (seid nicht so verblendet zu glauben, dass man da so schnell Ersatz findet), erweist sich für alle Anwesenden, Schüler wie Lehrer, der Schultag mehr als anstrengend denn als lehrreich. Außerdem gibt es genug Kinder, die zwar einen sonderpädagogischen Förderbedarf benötigen würden, diesen allerdings nicht mehr bekommen, wenn er nicht bereits in der Volksschule beantragt wurde und ob man will oder nicht, diese Kinder müssen dann normal beurteilt werden und können somit großteils schlechte Noten bekommen.
    Engagierte Lehrer und jene von uns, die einen kühlen Kopf bewahren, wenn ein stark verhaltensauffälliges und behindertes Kind ausrastet (wir hatten dieses Jahr schon den Fall, dass ein Schmetterlingskind von einer Mitschülerin, die diese Krankheit geistig aber auch nicht erfassen kann, ein Geodreieck in den Rücken gestochen bekommen hat , ja, solche Lehrer können, ich weiß es aus eigener Erfahrung (hätte es mir während meines Studiums aber selbst nicht zugetraut ) , wir können bis zu einem gewissen Punkt auch Kinder mit schwerwiegenden Behinderungen gut integrieren. Aber letztlich gibt es trotz allem Kinder, die nichts von dem mitnehmen, was wir ihnen gerne vermitteln würden und es ist ja nicht ihre Schuld. Aber es führt zu nichts, außer Problemen in diversen Bereichen und es gibt genug Kinder in Integrationsklassen, die sich von diesen Kindern genervt fühlen, vermutlich weil wegen ihnen desöfteren nichts weitergeht, vor allem wenn Integrationslehrer (die künftig ja anscheinend zur Rarität werden ) oder sonstiges Pflegepersonal fehlt, sich ein Kind, ist so wie es ist, in der Klasse ankackt und dann steht man , wenn man Pech hat, auch noch alleine in der Klasse oder hat unfähige Kollegen, die andere Integrationslehrer mit dem Rollstuhlkind auf das WC gehen lassen wollen, alles sehr schwierig, und ich bitte um sofortige Benachrichtigung, wenn jemand eine zufriedenstellende Lösung gefunden hat. Jedenfalls wird es nicht die sein, die sich die Bildungspolitik für die nächsten Jahre hat einfallen lassen, zumindest nicht, wenn wir auch noch ein Wörtchen mitzureden haben…

    • Wenn ein Kind einkackt und niemand da ist zum Helfen, ist also deine Lösung, das Kind zu entsorgen? Irre! Mir fehlen die Worte!
      Was ist mit der Möglichkeit, für mehr Personal zu sorgen? Die Fehler im System sollen die Schwächsten ausbügeln, ja?
      Das hatten wir schonmal in D… (da gehörte Österreich übrigens auch dazu…)
      Nie wieder!

      • Ja, danke für deine hilfreichen Kritik, genau das habe ich ja angesprochen und rede mit mir nicht so, ich bin Historikerin und halte von entsorgen auch nichts, das habe ich so auch nicht geschrieben!! Vielen genau lesen und dein Hirnkasterl ein bisschen einschalten

        • Ankacken, voll scheißen, egal welch wohlklingenden Worte du verwendest, dadurch wird meiner Meinung nach trotzdem nichts verschönert! Hat die Dame vielleicht auch noch eine konstruktive Kritik oder wird einfach nur die Wortwahl kritisiert, damit man überhaupt irgendwie was beizutragen hat?

    • Scheinbar fühlst auch du dich persönlich angegriffen. Das ist auch gut so, denn Inklusion ist ein persönliches Thema! Wäre schlimm, wenn es anders wäre. Ich bitte dich dennoch darum dich noch einmal mit den Begriffen Integration und Inklusion auseinanderzusetzen, denn dies sind inhaltlich zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich verstehe durchaus die Herausforderung, die die Inklusion stellt. Dennoch: es gibt Schulen, die sich dieser Aufgabe stellen und das nicht mit dem Anspruch alles perfekt zu machen, sondern mit dem Anspruch allen Kindern die gemeinsame Teilhabe zu ermöglichen. Es geht scheinbar immer nur darum Schwachstellen „wegzufördern“, statt darum das Kind in seinen tatsächlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten herauszufordern. Und das geht! Bitte schau dir die inspirierenden Schulen an, die jährlich den Jakob Muth-Preis gewinnen und wie sie Inklusion angehen. Vielleicht wirst auch du dann feststellen, dass es einen Weg gibt, wenn man denn bereit ist ihn zu gehen.

  9. Liebe Autorin,
    Ich weiß nicht ob ich weinen oder lachen soll. Deine Wortwahl macht mich einfach nur wütend. Du bleibst mit deinem Denken und deinen Bemerkungen immer nur an der Oberfläche. Natürlich sprichst du mit großer Wahrscheinlichkeit nur von deinen persönlichen Erfahrungen. Aber ich rate dir, deiner beruflichen Perspektive willen, dich weiter mit dieser Thematik zu beschäftigen. Dir inklusiven Unterricht anzusehen, dich zu vernetzen und deine persönliche Haltung und dein Menschenbild zu reflektieren. Wirklich, das meine ich wirklich ernst! Du hast so eine exkludierende und diskriminierende Wortwahl gegenüber Menschen. Bitte leg die Barrieren in deinem Kopf ab! Inklusion startet in den Köpfen. Es ist nicht die Frage des OB sondern des WIE! Und es ist nicht die Frage des „Inklusion nur, wenn…“ sondern „inklusion erst recht, weil…“
    es ist nicht die Aufgabe der Menschen mit Behinderung, Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund etc. sich anzupassen sondern die verdammte Aufgabe der Gesellschaft die Strukturen SO ZU VERÄNDERN, dass JEDER MENSCH das gleiche Recht auf Teilhabe hat!
    Und man kann sich drehen und wenden und wehren wie man will. INKLUSION IST GESETZ! Deshalb tu dir den Gefallen und zerbrich dir nicht den Kopf darüber OB es gut oder schlecht ist, sondern arbeite an dir und deinen Fähigkeiten und Fertigkeiten als Lehrkraft. Damit musst du nicht alleine stehen. Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sei doch die Person, die an deiner Schule den Stein zum rollen bringt..
    falls du Interesse hast kann ich dir gerne Literatur und weitere Informationen zum Thema inklusiver Unterricht geben.

  10. Ohweh!
    Klar geht Inklusion nicht so, wie derzeit beschult wird!
    Wenn zuziehende Kinder in die doch bereits viel zu volle Inklusionsklasse gesteckt werden, die Sonderpädagogen mal eben woanders Vertretung machen müssen, weil eh zu wenig (und zwar auch ohne Inklusion!) Lehrer an den Schulen sind, kein passendes Pflegepersonal für die Begleitung gefunden wird, dann wirst du keinem gerecht!
    Wenn aber schon der Kindergarten bei der Anmeldung fragt, welche Voraussetzungen noch geschaffen werden müssen, wenn dann Eltern „normaler“ Kinder ihre kleinen beim Freundebesuch einfach begleiten und man ihnen zeigen kann, wie sich Behinderung auswirkt; wenn die Grundschule dafür sorgt, dass die benötigten Voraussetzungen so gut wies geht, umgesetzt werden, ja dann…
    Dann fällt dir manche Behinderung garnicht mehr auf. Dann ist normal, was im Haushalt des Behinderten auch normal ist. Dann merken manchmal Mitschüler eher als die Lehrer, wenn das Inklusionskind ein Bedürfnis hat. So war es bei uns. Jetzt ist sie auf dem Gymnasium, obwohl wir uns für jede Förderschule hätten entscheiden können.
    Es ist alles andere als einfach, aber wir würden es wieder so machen. Es gibt viel zu wenige behinderte Kinder an den Regelschulen! Ist es zu schwer für die Eltern, sich durchzusetzen? Zu viele Hürden? Ich fürchte es. An den anderen Kindern liegt es jedenfalls nicht! Oft an ignoranten Lehrern oder unwissenden Eltern.

  11. Liebe Estefania,

    ich lese aus Deinem Blogeintrag, dass Dich dieses Thema schon sehr beschäftigt. Du machst Dir Sorgen um Deine nichtehinderten Kinder und vielleicht noch um die nichtbehinderten Kinder anderer Menschen. Du hast nichts gegen behinderte Menschen, aber… .Deiner Meinung nach kommen „intelligente“ Kinder auch zu kurz bei dieser Art von Inklusion, die wir geboten bekommen. Vielleicht hilft es Dir darüber nachzudenken, dass genau das gerade der Knackpunkt ist. Unsere Verfassung sagt es nämlich auch, wie auch die UN-Behindertenkonvention. Die Würde des Menschen usw…Du weißt schon 😉 …Kannst Du Dir vorstellen Dich darüber zu beschweren? Klage einreichen beim Bundesverfassungsgericht, Beschwerde in Den Haag…Wir haben dafür zahlreiche Anlaufstellen und ich bin mir sicher, wenn Du dazu noch einen weitaus wertvolleren Blogeintrag verfasst und andere mitziehst wird sich Dein Wunsch nach Gleichberechtigung erfüllen. Kleinere Klassen, Fachpersonal, min. 2 Lehrer pro Klasse, barierrefreie Gebäude usw. Ich gebe Dir nämlich Recht, so funktioniert Gleichberechtigung und Inklusion wirklich nicht!

    • Eigentlich mache ich mir Sorgen um alle Kinder. Mit und ohne Behinderung, denn im derzeitigem System kann man nicht allen gerecht werden. Erst, wenn sich etwas ändert, ist Inklusion möglich!
      Nichts anderes habe ich gemeint (siehe Abschlusskommentar). Danke für deinen Beitrag!
      LG

      • Du machst dir Sorgen um alle Kinder? Na dann mal los: schaff dir die noch fehlenden Grundlagen drauf; genug Anregungen hast du ja bekommen; und dann fang endlich an zu arbeiten. Genug Gehalt kriegt’s du ja schließlich. Ganz im Gegensatz zu dem, wie nennst es gleich? Sonstiges Pflegepersonal, extra abgestelltes Personal….

          • Wieder an Formulierungen aufhängen, das liebe ich Frau Scherer. Aber zum Teil gibt es kein Fachpersonal oder würden sie jemanden, der die Matura erst gemacht hat, als wahrhaft qualifiziertes Fachpersonal bezeichnen? Und richtig, die bekommen in Anbetracht dessen, was sie leisten, viel zu wenig bezahlt…

  12. Wenn ich das lese „der Besuch einer normalen Schule mit normalen Kindern“. Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie „normal“ für uns das Leben mit unserer Behinderten Tochter ist. Und wie normal sie selber ist, wenn man sich die Mühe gibt, sie kennem zu lernen. Normalität. Ein Wort, bei dem jeder selbst das Recht haben sollte, es für sich zu definieren! Und sich nicht von anderen Leuten sagen lassen muss, das eigene Kind sei nicht normal.

  13. Dieser Text widert mich an. Er ist nicht gut recherchiert, einfältig und diskriminiert gleich mehrere Personengruppen. Schon der Umgang mit dem Wort „normal“ lässt mich den Kopf schütteln. Dieser Text läd eine Schult auf den Schultern Behinderter und deren Angehörigen ab, anstatt reflektiert zu überdenken, wie es eine bessere Umsetzung geben könnte und vorallem, worin die Vorteile für alle MItschüler in einer inklusiven Beschulung liegen.

    Und Überraschung: es gibt tatsächlich Schulen, an denen Inklusion schon ganz wunderbar funktioniert – klar, dank kleinerer Klassenstärken, mehr (pädagogischem) Personal sowie (so unterstelle ich jetzt gerne) Liebe zu seinem Beruf. Und (Oh mein Gott!!!) es gibt sogar Eltern dieser „normalen“ Kinder, die sich eine inklusive Beschulung explizit für ihre Kinder wünschen. Hmm, woran das wohl liegen mag? Da sollten jetzt alle (ach, die Autorin reicht für den Anfang) mal ganz intensiv ‚drüber nachdenken!

    Gibt es eigentlich die Wortschöpfung „Gutpädagoge/in“ schon?!

  14. Du unterdrückst Menschen mit Behinderung mit dieser Meinung.
    Du hättest diese Meinung nicht wenn du selber eine Behinderung hättest.

    Nichts von dem was du sagst stimmt. Erst informieren, denken, Herz einschalten und dich entschuldigen ist der einzig richtige Weg.

  15. Liebe Estefania, du fragst:
    Nur hat sich irgendwer schon mal gefragt, wie man das umsetzen soll? Wie soll das funktionieren?

    … Ich denke, das überlassen wir mal den Fachleuten und nicht Elternblogs, dieses zu eruieren. Ich bin sowohl Mama von nichtbehinderten Kindern und einem behinderten Sohn.
    Und ich kann dir sagen: Wenn eine Lösung für ein komplexes Problem so leicht erscheint, wie du es dir machst, dann ist sie vermutlich keine gute Lösung.

  16. Was oder besser wer bitte sind „normale“ Kinder? Wer entscheidet, wer „normal“ ist?? Es gibt so viele Kinder, die keine Diagnose im Sinne einer Förderschulnotwendigkeit haben und trotzdem dringend eine 1-zu-1-Betreuung brauchen (aus welchen Gründen auch immer: Über- oder Unterforderung, sonstige Besonderheiten). Wieso soll es unmöglich sein, alle gemeinsam zu fördern? Natürlich können die Systeme nicht so bleiben, wie sie sind, nur mit Inklusion on top. Das ist dann aber auch keine Inklusion. Anfangen kann man trotzdem im bestehenden System und dies dann ändern, damit es immer besser passt. Eine Standardantwort kann es nicht geben, weder beim „normalen“ Unterrichten noch bei der inklusiven Arbeit. Es ist noch ein langer Weg, aber niemandem ist geholfen, wenn man nixht losgehen und den ersten oder zweiten Schritt tun will!

  17. Ein gruseliger Artikel… Allein die Überschrift suggeriert ja schon, dass deiner Meinung nach inklusive Pädagogik nicht funktioniert – was überhaupt keine Frage mehr sein sollte oder zumindest ein paar belegte oder sinnvolle Argumente verspricht. Der ganze mitleidsvolle „gar nicht so gemeint, ABER“-Unterton setzt der Uninformiertheit und Ignoranz echt noch die Schmalzkrone auf. Was bringt einen dazu, unter dem Anschein sich um die Bildung aller Kinder zu Sorgen, einen so kontraproduktiven Unsinn von sich zu geben?

    • Für den IST-Zustand finde ich die Überschrift schon sehr passend, denn so wie das Schulsystem momentan ist, kann Inklusion nicht funktionieren. Da gehört eine grundlegende Reform her, die es allen Beteiligten ermöglicht, optimal zu lernen und zu lehren (siehe Abschlusskommentar unten!).
      LG

  18. Das hier ist unglaublich, es wird verallgemeinert, man hackt auf Formulierungen rum, mir wurden die Worte im Mund umgedreht und vorgeworfen, ich agiere wie ein Nazi (macht mich dermaßen wütend), weil ich angeblich Kinder loswerden will, die sich zum Beispiel anmachen, dabei habe ich das so nicht geschrieben, also gehe ich davon aus, dass die betreffende Person nicht sinnerfassend lesen kann. Auch habe ich betont, dass es sehr wohl funktionieren kann, aber nicht bei allen Kindern, zumindest nicht unter diesen Voraussetzungen. Ich unterrichte an einer NMS, in der es viele Integrationskinder gibt und der Großteil meines Kollegiums sehr bemüht ist, nur gibt es, wie in jedem anderen Beruf auch, Leute, die ihn besser erledigen als andere und die Vorgaben an die wir uns halten müssen, kommen meist von Leuten, für die sich das in der Theorie alles schön und nett anhört, aber von der tatsächlichen Praxis haben sie meist nur wenig Ahnung. Und wie soll es denn besser werden, wenn die Integrationslehrerausbildung wegfällt…

  19. Schade, dass du die äußeren Bedingungen einfach hinnimmt und anhand derer zu dem Schluss kommst, dass Inklusion nicht funktionieren kann. Als Förderschullehrerin mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ weiß ich, dass es grundsätzlich möglich ist, “alle alles zu lehren“ und dieses natürlich auch gemeinsam. Man muss -erstens- nur lernen, wie und -zweitens- äußere Bedingungen schaffen, die das ermöglichen. Ganz davon abgesehen, dass wir natürlich – wie von meinen Vorrednerinnen schon dargestellt- sowieso über nicht mehr als das „wie“ reden können (Stichwort Menschenrecht).

    • Ich bin ja nicht dagegen, aber bei uns sind die Rahmenbedingungen sehr ungünstig und auch wenn es bei einigen Kindern funktioniert und man ihnen keinerlei Behinderung anmerkt, so gibt es aber trotz allem auch Kinder, ob ihr es hören wollt oder nicht, denen man beim besten Willen und unter Zurateziehung der besten Unterrichtsmethoden einfach kein Schulwissen vermitteln kann… wenn du das schaffst, dann Hut ab und ich bitte um Vorschläge…

      • Bei EUCH sind die Rahmenbedingungen sehr ungünstig und deswegen kann Inklusion pauschal nicht funktionieren. Das ist doch haltlos. Es muss doch grundsätzlich der gemeinsame Konsens sein, dass Inklusion in einem System, dass im Zeichen von Homogenisierung entstanden und aufgebaut wurde nicht entstehen kann. Deshalb muss sich selbstverständlich das Schulsystem grundsätzlich reformieren. Inklusion ist wenn du so willst ein reformpädagogisches Schulkonzept.

  20. „So, und ich stelle mir jetzt vor, ich würde als Integrationslehrer eingesetzt. Ich wüsste ja auch gar nicht, wie man solchen Kindern den Stoff beibringt. Wie man den aufbereiten muss, dass er verstanden wird.“

    Da haben wir mMn das Grundproblem in deinem Text. „solche Kinder“ zeigt ganz klar das du Behinderte eben nicht als gleichwertig empfindest und „Ich wüsste ja auch gar nicht“ zeigt das du eben keine Erfahrungen mit inklusiver Schule hast. Es kann sehr wohl funktionieren, wenn denn genug Willen und Ressourcen da sind. Natürlich funktioniert es in unserem derzeitigen System nicht. Das funktioniert ja oft nichtmal für nichtbehinderte Kinder.
    Wenn aber immer schon vorher gesagt wird, das es gar nicht gehen kann, dann werden auch nie Lehrer und Pädagogen
    mit Erfahrung zur Verfügung stehen. Dann können sich noch so viele engagierte Leute Texte durchlesen, sie werden kein Orte für den praktischen Teil der Ausbildung finden.
    Es muss sich grundlegend am Schulsystem etwas ändern in Deutschland. Weg vom Leistungsgedanken und von „auf Linie bringen“ hin zu individueller Förderung JEDES Kindes.
    Du schreibst selbst das schon jetzt selbst die intelligenten Kinder hinten runter fallen ….und das macht dich nicht stutzig? Da fällt dir nicht sofort massive Kritik am System ein, das akzeptierst du einfach so?

    Wenn man sich mal damit beschäftigt, WIE daß Hirn funktioniert dann stellt man sehr schnell fest das Schule oft genau das Gegenteil macht. Wenn man Dan Lehrern ein System zeigt, welches genau die Lernmechanismen des Hirns befolgt kommt auch sofort wieder „das geht nicht“.
    Und DA liegt eben auch ein ganz ganz großes Problem an unseren Schulen, die Borniertheit und der Reformunwillen des Lehrkörpers.

    • Endlich mal ein wahrhaft reflektierter Beitrag, vielen Dank. Es gäbe ja auch bei genügend Junglehrern einen mehr als vorhandenen Willen, aber wenn man mit Vorschlägen und Ideen kommt, kann man die meistens nur im eigenen Unterricht umsetzen, da zum Beispiel offener Unterricht für viele Kollegen zu anstrengend ist – zu viel Vorbereitungszeit und zu laut in der Durchführung sind dann begehrte Kommentare;
      Nochmals möchte ich anführen, dass ich es schade finde, dass manche von euch gleich so auf der Autorin herumhacken, auch wenn einige Formulierungen zugegebenermaßen nicht besonders sachlich waren und auch meine Wortwahl „ankacken“ mag nicht sehr sachlich gewesen sein, aber schöne Worte verschönern dennoch nicht die Um- bzw Zustände an Schulen wie meiner. Da ich an einer großen NMS in Favoriten unterrichte (und ich liebe meinen Beruf und halte mich für engagiert), habe ich hier nur meinen persönlichen Erfahrungsbericht wiedergegeben und dabei nichts besser oder schlechter dargestellt als es ist. Zusätzlich war mein Freund in der Sonderschule und selbst er, der heutzutage niemals in die Sonderschule gekommen wäre, weil es bei ihm mehr am Verhalten als an mangelnder Intelligenz lag, selbst er hält nichts davon Sonderschulen abzuschaffen. Auch die Integrationslehrerausbildung abzuschaffen und das Lehrerstudium dahingehend zu reformieren, dass man weniger Praxiserfahrungen und didaktische Methoden sammeln und erlernen kann, wird vermutlich Integration bzw Inklusion nicht weiter fördern…

      • Doch auch die Einstellung! Vor allem die Einstellung! Nur das Schulsystem kann nicht über das Gelingen oder Scheitern entscheiden, sondern gleichermaßen jeder Einzelne. Erst mit der richtigen Einstellung kann sich das Schulsystem von Grundauf ändern. HINZ z.B. hat versucht den Index für Inklusion (Ist ein inklusives Schulentwicklungskonzept, wenn man so will) an unterschiedlichen Schulen durchzuführen… und wo ist er gescheitert? An den Schulen mit fehlender/falscher Grundhaltung…

  21. Ich glaube dieser Beitrag wurde jetzt ausreichend kommentiert 😉 Mit so einer Welle habe ich nicht gerechnet.
    Ich wollte mit diesem Post niemanden persönlich angreifen, es tut mir ehrlich Leid, wenn sich manche verletzt fühlen. Das war gar nicht die Absicht dahinter. Ich wollte eigentlich nur aufzeigen, dass Inklusion mit dem derzeitigen Schulsystem nicht funktionieren kann. Es mag sein, dass einige Schulen das ganz gut schaffen, aber die Regel ist es nicht. Und Inklusion bedeutet auch nicht, dass man alle in eine Klasse steckt und schon hat man eine inklusive Schule. Da gehört weit mehr dazu.
    Meiner Meinung nach kann das nur funktionieren, wenn

    …man die Schülerzahl in den Klassen mind. halbiert
    …Fachpersonal und pädagogisches (Fach)Personal gemeinsam arbeiten können.
    …weg vom Stundentakt kommt, hin zu projektorientiertem Unterricht und Portfolioarbeiten.
    …ordentliche Aus- und Weiterbildung für die Lehrer angeboten wird.
    …temporäre Gruppenbildung/Trennung im Unterricht möglich ist.
    …die schulische Infrastruktur den neuen Gegebenheiten angepasst wird.
    …man es schafft mit dem Lehrplan allen gerecht zu werden.

    Wenn diese Rahmenbedingungen passen, ja dann kann Inklusion funktionieren. Momentan sind wir aber noch meilenweit davon entfernt und es liegt noch ein langer Weg vor uns. Diesen Weg muss aber auch die Gesellschaft gehen, nicht nur das Schulpersonal. Ein Umdenken muss stattfinden. Bis wir dieses Ziel erreicht haben, finde ich die Sonderschule die bessere Wahl.Einfach weil ich glaube, dass behinderte Kinder dort mehr Möglichkeiten haben und in der Regelschule eventuell untergehen (muss nicht, aber kann!).
    Und so wie Unterricht derzeit stattfindet, wird man nur schwer jedem Kind gerecht, auch wenn es manche von euch nicht glauben wollen. Schule ist nicht immer heile Welt! Und die Fehler der Bildungspolitik darf am Ende immer der Lehrer ausbaden. Wenn die Politiker nicht mitmachen, hilft auch noch so viel Engagement nichts, man wird gegen verschlossene Türen laufen. Denn sie sind es, die die Schule reformieren, nicht der kleine Lehrer am Ende der Kette. Bitte bedenkt das auch.

    Btw: Eine gute Freundin von mir hat ein behindertes Kind, weil bei der Geburt etwas schiefgegangen ist. Für mich ist dieses Kind ein Kind wie jedes andere auch. Wir treffen uns mehrmals in der Woche und unsere Kinder gehen sogar gemeinsam in den Kindergarten. Mich stört das überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, es gibt so viele Dinge, die die Kinder gemeinsam erlernen können. (Schwächeren helfen, Toleranz,die älteren Kinder zeigen den jüngeren etwas, voneinander lernen, usw…)

    Deswegen möchte ich zum Schuss nochmal klarstellen: Ich habe nichts gegen Behinderte und Inklusion. Mit dem momentanen Schulsystem ist die Umsetzung aber recht schwierig. Und bis dahin müssen wir das Beste draus machen und jedem Kind die bestmöglichste Chance geben. Denn jedes Kind hat sie verdient.

    LG

    PS: Bitte bedenkt auch, dass ich über das österreichische Schulsystem geschrieben habe. Ich weiß leider nicht, wie das in Deutschland so ist.

    • „Und das stört mich überhaupt nicht.“
      Ich denke, das zeigt alles. Hier ist ein behindertes Kind, aber es stört mich nicht! Halleluja! Danke dafür!

  22. Möglicherweise ist es tatsächlich ein wichtiger Punkt darauf hinzuweisen, dass Inklusion nur mit einer, auch finanziellen, Anstrengung aller gelingen kann und die derzeitige Situation noch lange nicht die Basis für eine gelungene Inklusion aller bietet. Mich erschreckt jedoch, dass eine Pädagogin (das habe ich doch richtig so verstanden? ) gezielt Worte verwendet wie ’normal ‚, ‚verhaltensauffällig‘, ’schlechteste Schüler‘, ‚problematische Familien‘, ‚lernschwach‘, ’solche Kinder‘, ‚diese Kinder‘, ’schwach’….

    Ich würde mich als Mutter eines Kindes, egal welchen Bildungsgang es gewachsen wäre, sehr schlecht aufgehoben fühlen, wo solch ein kategorisiertes Menschenbild vorherrscht, wo nicht jeder Mensch und jedes Kind in seiner Individualität angenommen wird. Denn die Anerkennung, dass jedes Kind gleichwürdig und gleichwertig in seiner Besonderheit ist, ist meine Mindestanforderung an jeden Lehrer meiner Kinder.

    Viele Grüße !

    • Es ist nun mal so, dass die Schule nicht heile Welt ist. Ich weiß, man geht immer von sich selber aus und kann sich das nicht vorstellen, was da abgeht (ist auch besser!). Es ist aber so, dass es sehr wohl Kinder gibt, die aus problematischen Verhältnissen kommen, auch wenn es manche nicht hören wollen.
      Ich spreche da von Kindern, die in Messerstechereien verwickelt sind, mit kriminellen Banden umherziehen, von einem Kind, das die Direktorin anzeigt oder auch eine 12-Jährige, die im Freibad nach der Reihe die Mitschüler beglückt. Oder eine Mutter, die ihre 11-jährige Tochter bei Zungenküssen filmt und das nicht bedenklich findet! Es gibt aber auch Kinder, um die sich niemand kümmert,die nach Hause kommen und die Eltern noch im Pyjama auf der Couch antreffen.Weil diese Kinder den Eltern (!) egal sind. Das ist Realität! Welches Wort ist dann wohl das angenehmere, um die Wahrheit zu verschönern?
      Nicht alle Kinder haben das Glück, in einer tollen Familie aufzuwachsen, leider. Vielleicht solltest du auch darüber mal nachdenken.
      LG

      • Und können wir tatsächlich an diesen Situationen, und ich lebe tatsächlich nicht in einer Fantasiewelt, in der alles rosa und zuckerwattig schön ist, etwas langfristig ändern, wenn wir immer gleich die Schubladen aufziehen und die Menschen da einsortieren? Hilft das! auf Dauer weiter, wenn wir versuchen wollen, jedem, der das möchte eine realistische Chance zu ermöglichen?

        Offenheit und ein positives Menschenbild beginnen im Kopf, und eine Sprache, die alle Menschen mitnimmt und nicht in ‚diese‘ und ’solche ‚ einsortiert, ist ein wesentlicher Schritt gegen Ausgrenzung. In jeder Hinsicht übrigens.

        Deine Sprache würdigt herab und grenzt aus, egal ob du das inhaltlich so meinst oder nicht. Die Worte kommen an. Und sie treffen. Und sie ziehen Gräben und bauen keine Brücken.

        Es ist vielleicht ein kleiner Schritt auf die Worte zu achten und was sie anrichten. Aber wenn wir nicht irgendwo anfangen….

  23. Manche Worte waren vielleicht unbedacht gewählt, das mag schon sein. Und hätte ich statt dem Wort „normal“ (btw: Was ist heutzutage schon normal?) das Wort Nicht-Behinderte gewählt, hätten wir trotzdem auf der einen Seite die Behinderten und auf der anderen die Nicht-Behinderten. Das macht die Sache nicht besser. Und wenn die oben geschilderten Situationen keine problematischen Verhältnisse sind, was sind sie dann?
    Und ich versichere dir, nein ich verspreche dir, dass ich Kinder sicher nicht in Schubladen einsortiere. Ich habe mich immer sehr für die „schwächeren“ (Welch schlimmes Wort!) Kinder eingesetzt.
    Nur ein Beispiel:Ein türkisches Mädchen aus einer Familie, wo Bildung nichts Wert ist und die finanziell auch sehr schwach ist, musste 20 Euro für ein Heft mitbringen. Nach mehrmaligem Nachfragen, warum sie es nicht bezahle und sie mir keine Antwort geben konnte und ich mir schon dachte, dass die Familie es sich nicht leisten kann, habe ich die 20 Euro genommen und aus meiner Tasche bezahlt. Bei diesem Mädchen wird zu Hause nur türkisch gesprochen, dementsprechend schlecht ist auch das Deutsch. Ich habe mich mit diesem Kind und einigen anderen hingesetzt und (unbezahlt!) geübt und ihnen den Stoff nochmal genau erklärt. In jeder Hausübung habe ich den korrekten Satz darüber geschrieben und am Ende die positiven Sachen vermerkt. Ein anderer hätte den Text vielleicht einfach nur durchgestrichen.
    Ich glaube schon, dass das ein Anfang ist…
    LG

  24. Ais den Beschreibungen und Wörtern aus Deinem Artikel lese ich – wie andere auch – eine Trennung zwischen Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung. Mir hat der folgende sehr differenzierte Artikel in vielerlei Hinsich die Augen geöffnet, ich verlinke ihn mal:
    2015/09/29/dem-eigenen-ableismus-auf-der-spur-warum-ich-froh-bin-ein-kind-mit-behinderung

  25. Estefania, schade dass all die Kommentare nichts in dir bewegt haben. Ich bin behindert und nur ich darf das sagen, weil ich betroffen bin. Du nicht! Du bist diskriminierend und denkst du seist es nicht. Und nachdem du immer wieder sagst, wir sollen auf Förderschulen gehen, die die Hölle sind und uns jeden Weg auf den ersten Arbeitsmarkt verwehren. Schlimmer noch, man wird in Behindertenwerkstätten gehalten wie moderne Sklaven. Mit einem Stundenlohn von 3 Euro! Informiere dich darüber und sei still zu dem Thema. Du hast es nicht geschafft dich zu entschuldigen. Das ist erbärmlich.

    • Ich habe mich entschuldigt, siehe weiter oben. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil 😉
      Erbärmlich ist, wenn man die Augen vor der Realität verschließt, denn im jetzigen(!) System kann man nicht alle auf die Regelschule schicken. Das ist aufgrund der Ressourcen nicht machbar. Nichts anderes wollte ich sagen!
      Vielleicht wäre es in deinem Fall möglich gewesen, es ist auch schade, dass es nicht so war. Aber jetzt von sich selber auf alle anderen zu schließen….

  26. … (Danke, an den Kommentar über der Antwort von Estefania). Ich glaube auch, dass du dich hier um Kopf und Kragen redest/schreibst Estefania. Informiere dich, nehme die Kritik hier als neue Perspektive an und verharre nicht in deiner „Ich-tue-schon-was-ich-kann-Haltung“ – dann hatte dieser Artikel und die vielen Meinungen dazu auf jeden Fall einen Sinn. Ich wünsche dir einen schönen Start in die neue Woche – hoffentlich mit vielen neuen Impulsen!

  27. Ich glaube keiner würde mit dir streiten, wenn du sagst, dass es an vielen Stellen an personeller und finanzieller Ausstattung fehlt, um Inklusion so leben zu können, wie sie gemeint ist. Dass man mehr investieren muss, mehr fortbilden muss, sich mehr anstrengen muss (auf allen Ebenen). Das ist unstrittig. Nichtsdestotrotz gibt es genug Beispiele guter gelebter Praxis, die zeigen, dass es geht. Das erlebe ich jeden Tag.

    Was mich persönlich an deinem Post stört, ist die innere Haltung, die deine Worte unmissverständlich transportieren. Denn mit der Haltung und der Überzeugung fängt es an. Nichts kann bewegt werden, wenn wir weiter in Kategorien wie „die “ und „wir“ denken.

    Nur wenn wir überzeugt davon sind, dass wir alle die gleichen Rechte haben was Teilhabe in allen Lebensbereichen betrifft, handeln wir auch entsprechend.

    So ein Blogpost erreicht viele Menschen. Mit einer wertschätzenden gleichwürdigen Formulierung könnte man etwas Positives transportieren. So zieht dieses Post leider Grenzen.

  28. Estefania, ich war an der Regelschule, aber danach im Berufsbildungswerk für die Ausbildung. Du hast dich nicht entschuldigt, weil du nichts einsiehst. Das stellen hier andere genauso fest wie ich. Du redest dich nur raus.

  29. Du sagst ungleiches kann man nicht gleich machen. Behinderte sind ungleich für dich. Ungleiches kann man nicht gleich machen. DAVOR sagst du intelligente Kinder sind auch ungleich, haben aber das Recht gleich gemacht zu werden. Weil es im Gesetz steht.

    Und du merkst deinen eigen wiederspruch im wiederspruch nicht?

  30. Dein letzter Absatz sagt aus: wer schon im Alltag ausgegrenzt wird, sollte auch in der Schule ausgegrenzt werden. Das steht da sinngemäß und du merkst es nicht

  31. Du maßt dir an zu sagen, dass die Förderschule das beste für behinderte Kinder sei. Das stimmt nicht. Man wird nicht genug gefördert und landet fast immer in einer behindertenwerkstatt. Das liegt nicht an deren Fähigkeiten, sondern am system der Förderschule, die direkt an behindertenwerkstätten vermitteln, die ihre Leute nicht in den Arbeitsmarkt entlassen wollen, weil sie viel Geld mit Behinderten scheffeln. Und dann wird sich auch noch aus der behindertenquote von Firmen rausgekauft.

    • Die bessere Wahl im derzeitigen(!) System. Manche, so wie du vielleicht,hätten keine Probleme in der Regelschule. Aber was ist mit denen, die eine 1:1-Betreuung benötigen? Glaubst du das geht mit zwei Lehrern in der Klasse? Es gibt ja auch noch andere Kinder zu betreuen (behinderte und nicht-behinderte).
      Glaubst du, dass zwei Lehrer dann allen Kindern gerecht werden können? Du stellst dir das vielleicht einfach vor, dass man die Sonderschulen abschafft und alle gehen gemeinsam in die Schule. Ja, das klappt, aber nur, wenn auch die Rahmenbedingungen verändert werden. Wenn…
      …man die Schülerzahl in den Klassen mind. halbiert
      …Fachpersonal und pädagogisches (Fach)Personal gemeinsam arbeiten können.
      …weg vom Stundentakt kommt, hin zu projektorientiertem Unterricht und Portfolioarbeiten.
      …ordentliche Aus- und Weiterbildung für die Lehrer angeboten wird.
      …temporäre Gruppenbildung/Trennung im Unterricht möglich ist.
      …die schulische Infrastruktur den neuen Gegebenheiten angepasst wird.
      …man es schafft mit dem Lehrplan allen gerecht zu werden.

      Dann funktioniert es. Und nichts anderes wollte ich aussagen. Dass es im Moment schwierig ist. Ich bin nicht FÜR die Sonderschule, sondern FÜR eine entsprechende und optimale Betreuung, mit den Möglichkeiten, die momentan vorhanden sind. Die Sonderschulen können abgeschafft werden, wenn die Politiker es schaffen, das Schulsystem so zu reformieren, dass alle gemeinsam mit optimalen Bedingungen lernen können.
      Ich hoffe, du hast jetzt verstanden, was ich eigentlich sagen wollte. Es liegt nicht am Nichtwollen der Lehrkräfte, sondern an den Möglichkeiten, die man hat. Denn auch Lehrer können das System nicht verändern, auch wenn sie es noch so sehr wollen.

  32. Estefania, ich glaube dir das du niemanden verletzen wolltest und mit deiner detaillierten Ausführung hast du sogar Recht. Hier hat keiner behauptet es ginge einfach so ohne das sich etwas verändert. Die Leute die dich hier kritisieren, wissen zum größtenteils sehr gut was zur inklusiven Bildung gehört. Aus eigener Erfahrung.

    Was du aufzählst ist mir nicht neu. Die Kritik richtet sich hier an viele Punkte die du (noch) Nicht verstehst.

    Es ist ein Riesen Unterschied ob du schreibst du “ im bestehenden system ist die Erhaltung der Sonderschule übergangsmäßig erforderlich“
    Darüber kann man streiten. Es wäre richtiger gewesen als zu schreiben:

    Problematisch finde ich auch die Abschaffung der Sonderschulen, da behinderte Kinder nicht die Förderung bekommen, die sie eigentlich benötigen.

    Und Sonderschulen sind in meinen Augen kein Ort der Abschiebung für behinderte Kinder, sondern ein Ort, wo auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird. Ein Ort, wo sie gut aufgehoben sind.

    Da sagst du nicht mit einer Silbe, dass es besser wäre Sonderschulen langfristig abzuschaffen. Weil du nicht daran glaubst, dass es für behinderte Kinder besser wäre.

    Es gibt andere Länder da klappt das aber bereits wunderbar.
    Es ist arrogant als nicht Betroffene zu sagen du wüsstest dass Sonderschulen toll sind. Es ist sehr machtvoll dies aus deiner privilegierten Position heraus zu sagen. DAS wird kritisiert. Hier wird dir mehrfach von Behinderten gesagt, wie es wirklich ist, aber du bleibst einfach dabei.

    Wenn du sagst…:

    Mir ist klar, dass den Eltern eines behinderten Kindes das vielleicht ungerecht erscheinen mag, wenn diese Kinder nicht in eine normale Schule gehen können.

    Es ERSCHEINT aber nicht ungerecht. Es ist ungeRECHT. Weil es ein Menschenrecht ist. Weil sich Deutschland dazu längst verpflichtet hat. Weil die Eltern das gar nicht zu entscheiden haben laut UN Behindertenrechtskonvention. Das ist gut so, weil Eltern sich nicht dafür entscheiden dürfen, ihr Kind auszugrenzen und ihnen bildungsschancen vorzuenthalten.

    Du verstehst inklusion als Gleichmacherei. Aber das ist es nicht. Dort soll das intelligente Kind genauso gefördert werden wie das Kind mit förderbedarf. Inklusion meint, dass sich die Umstände an das Kind anpassen, nicht umgekehrt. Wobei ich anmerken muss das es aktuell sehr lächerlich ist die strukturelle Diskriminierung von Menschen mit Behinderung gleichzusetzen mit der mangelnden Förderung von intelligenten Kindern. Einfach deshalb und ich sag es nochmal: Förderschule führt zu 90 % zum Übergang in die behindertenwerkstatt, wo man ausgebeutet wird. Die Firmen kaufen sich raus aus der Quote. Die arbeitslosenstatistik von Menschen mit Behinderung ist sehr hoch, weil es enorm schwer gemacht wird.
    Dein Vergleich folgt derselben Argumentation die vom heterosexuellen, nicht behinderten weißem Mann ab und an ins Feld geführt wird, wenn behauptet wird, Frauen sollen sich nicht so haben, schließlich werden Männer auch diskriminiert. Der Vergleich ist angesichts der Realität lächerlich.

    Das du in einem Satz behinderte Kinder und intelligente gegenüberstellst, wirkt als wären es Gegensätze. Als schließe sich Behinderung und Intelligenz aus, oder deiner Meinung nach meistens aus. Das verrät mir etwas über dein Bild über Behinderung, dessen du dir wahrscheinlich gar nicht bewusst bist und zwar das du unterschwellig behinderung=weniger intelligent, denkst.

    du wirst sagen das du das so nicht meintest, aber ich denke so etwas kommt nicht von ungefähr. Es spiegelt meine und die vieler anderer Menschen mit Behinderungen, alltäglichen Diskriminierungen nach, das man unterschätzt, nicht für voll genommen, oder direkt nur der Begleiter angesprochen wird. Das passiert reflexhaft und ohne Bösartigkeit, aber es zeigt tief im Innern wird man für dumm gehalten.

    Weißt du, ich denke du hast nicht lange drüber nachgedacht bevor du diesen Text geschrieben hast, wie du ihn formulierst etc.
    aber das kannst du nachholen. Du hast genug Feedback erhalten dich erneut dran zu setzen und den Text zu überarbeiten. Jeder macht Fehler, da ist dir keiner böse, nur muss man dann auch die Größe haben ihn zu korrigieren.

  33. Du hast recht, ich habe den Text einfach geschrieben, ohne darüber nachzudenken, wie ich etwas formuliere.Mir war es nicht bewusst, dass manche Worte Menschen direkt ins Herz treffen. Ich hab ehrlicherweise auch nicht damit gerechnet, dass dieser Text mehrere tausend Leute erreicht. Sobald ich Zeit habe, werde ich ihn überarbeiten und in Zukunft besser darauf achten, wie ich etwas schreibe. Ich danke dir für das nette Gespräch und hoffe, bald wieder von dir zu hören. 🙂
    LG

  34. Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll! Leider ist es nicht das erste Mal, dass ich so etwas hören oder lesen muss. Die Wortwahl ist aber hier in diesem Artikel besonders niederschmetternd.
    Zu oft meinen Lehrer*innen heraus posaunen zu müssen, wie anstrengend ihr Beruf doch wäre und womit sie sich denn noch so beschäftigen müssten. `Besorgte´ Eltern reihen sich dazu ein. Sie befürchten, dass `normaler Unterricht´ nicht mehr stattfinden kann, wenn Inklusion in der Schule gelebt wird.
    Warum eigentlich so vernichtend über eine entschiedene Sache sprechen? Mir fehlt da der Blick nach vorne und der Wille sich für eine bessere Gesellschaft stark zu machen, denn das ist doch auch der Job eines Lehrers/einer Lehrerin! Die Verantwortung ist, glaube ich, nicht jedem bewusst! Heutzutage ist in Deutschland, das `Anders sein´ ein Thema nicht das `Gemeinsam sind wir stark´.
    Ich selbst bin auch Lehrerin und konnte meine Erfahrungen an einer `normalen´ Schule wie auch an einer inklusive Schule machen. An der inklusiven Schule habe ich mit Schüler*innen gearbeitet, die eine weitaus grössere Leichtigkeit hatten Empathie zu zeigen. Das soziale Lernen ging von ganz alleine. Das Arbeitsklima war viel angenehmer, denn jeder wurde auf seine Art und Weise akzeptiert und alle haben voneinander und miteinander lernen können!
    Empathie, Akzeptanz und Toleranz fehlen zu oft in der Gesellschaft. Viele werden ausgeschlossen, ignoriert und oftmals wird ihnen der Weg versperrt! Das muss endlich aufhören!!!

  35. Liebe Estefania,
    zu Beginn möchte ich dir zu deinem Mut gratulieren, dass du den Beitrag (nachdem einige negative Kommentare eingelangt sind) nicht einfach gelöscht oder die Kommentarfunktion gesperrt hast. Es ist ein schwieriges Thema, das so gut wie niemanden kalt lässt. Manche Formulierungen mögen unglücklich gewesen sein, jedoch denke ich, dass man herauslesen kann, dass du Menschen im Allgemeinen (mit/ohne Behinderung gleichermaßen) respektierst. Und das ist in der heutigen Zeit schon sehr viel!

    Ein kleiner Appell an alle Kommentatoren/innen: Seine Meinung darf jeder frei äußern (egal ob Autor/in oder Gast), jedoch überrascht mich der raue Ton, der zum Teil angeschlagen wird. Ein sachlicher Kommentar hinterlässt viel mehr Eindruck und kann zur Reflexion führen. Wütende, aufbrausende, beleidigende, traurige, entsetzte (usw.) Nachrichten helfen niemanden weiter.

    In unserer Welt gibt es schon viel zu viel Hass, Wut, Verzweiflung, versuchen wir gemeinsam unser Umfeld lebenswerter zu machen. Die gesamte Welt lässt sich nicht so leicht verändern, jedoch können wir uns diesen Artikel zum Anlass nehmen, um unseren persönlichen Umgang mit anderen Personen (mit/ohne Behinderung) nachzudenken. Bin ich tatsächlich so tolerant wie ich tue? Was kann ich machen, um anderen zu helfen/sie zu unterstützen etc.?

    Am Ende des Weges sind wir alle – Menschen!

    In diesem Sinne, wünsche ich allen einen schönen Sonntag,
    LG Diana

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